Aachener
TSV Alemannia - SpVgg Greuther Fürth 2:2
Ein kleiner Doppler am Niederrhein stand heute auf dem Programm und da ich mich
sehr kurzfristig für dieses Programm entschied, fielen potentielle Mitfahrer
von vornherein weg, sodass ich mich alleine in meinem Ford auf den Weg in die
Kaiserstadt machte. Anfahrt verlief bei feinstem Frühlingswetter sehr entspannt,
problematisch sollte allerdings die Parkplatzsuche am Stadion sein. Möglichkeiten
gibt es hier grundsätzlich zu genüge, da sich im Stadionumfeld viele
Möbelhäuser, Schuhläden, Fast-Food-Tempel u. ä. finden.
Aber der Aachener ist schlau und stellt doch tatsächlich an Spieltagen
"Wächter des Parkplatzes" ab, die streng und mit wachsamen Augen
zwischen Geschäftskunde und Fußballgucker unterscheiden. So wurde
ich selbst recht schnell von meinem für gut befundenen Parkplatz am Möbelhaus
verjagt. Lust mich jetzt pseudomäßig für Kommoden und Schränke
zu interessieren hatte ich jedoch auch nicht, also mal weiter rumkurven. Der
stadioneigene Stellplatz sollte rotzfreche 5 € kosten, also abgelehnt und
nach ein bisschen Sucherei wurde im Industriegebiet noch ein Gratisplätzchen
gefunden. Von hier ca. 10 Minuten Fußmarsch zum Stadion, welches nur ein
paar Schritte vom alten Tivoli entfernt liegt. Schon traurig, dass dieses absolut
geile Stadion so vor sich hinsteht ohne sinnvoll genutzt zu werden; wenigstens
konnte man es vor vielen Jahren weit vor der Existenz dieser Page mal gegen
Köln besuchen. Trotzdem traurig, erst recht, wenn man sich die neue Spielstätte
anschaut. Wurde vermutlich vom gleichen Architekten entworfen, der sich auch
die Stadien in Dresden, Hoffenheim, Paderborn, Holland usw. ausgedacht hat.
"Zweckmäßigkeit" beschreibt den Neubau eigentlich ganz
gut, wenigstens hat man bei der Planung die Wünsche der Fans berücksichtigt
und die Südtribüne komplett mit Stehrängen bebaut.
Eintrittspreise für so ein Scheißspiel meiner Meinung
nach bisschen hoch und somit das günstigste Ticket (Stehplatz Süd,
14 Euro) erworben. Vor Betreten der Spielstätte aber noch kurz hinter der
Südkurve vorbeigescheut, wo die heimische Fanszene (hauptsächlich
wohl von den Ultras organisiert) eine "Infoveranstaltung" zu den üblichen
fanrelevanten Themen wie Repression, Stadionverboten und Solidarität bot.
Das Ganze in Form von Infowänden und Vorträgen; nach dem Spiel war
darüber hinaus noch eine Demo für Fanrechte geplant. Gute und gelungene
Aktion.
Nun aber mal herein ins Stadion, in dem die Aachener Ultras zu Spielbeginn eine
kleinere Choreo mit gelben Papptafeln zeigten, die aber von meinem Standpunkt
aus nicht vollständig eingesehen werden konnte. Was folgte war das, was
eigentlich nicht sein soll aber in deutschen Stadion leider nicht selten ist.
In der Mitte des Blocks im unteren Bereich stehen 60-70 Leute, die Fahnen schwenken,
klatschen, hüpfen und ihr eigenes Ding machen.
Die 5.000 Leute drumherum wirken davon aber eher unbeeindruckt und stimmen gelegentlich
parallel ihre eigenen Lieder an. In der ersten Hälfte gröhlten sogar
einige Leute "Scheiß Megafon" in Richtung der Ultras.
Der Gästeblock beherbergte zum Anstoß ganze 34 Leute quer im Block
verteilt und ich dachte schon "Wasn das fürn Scheiß ?"
als zur 15 Minute dann der aktive, ca. 200 Mann starke Kern der Fürther
geschlossen den Gästeblock betrat und fortan durch viel Arm- und Fahneneinsatz
zu überzeugen wusste.
Spielerisch wars auch ganz nett anzuschauen, Aachen verspielte eine 2:0 Führung
durch einen Fürther Doppelschlag (54. und 55. Minute) und musste sich somit
nur mit einem statt sichergeglaubten drei Punkten zufrieden geben. Paar Minuten
vor Schluss zurück zum Auto gesprintet und wie ein Irrer über die
A44 60 Kilometer gen Norden..........






