VfL Bochum – VfB Stuttgart 0:2

03.12.2025

Ruhrstadion

DFB-Pokal Achtelfinale

Zuschauer: 25.940 (ca. 1.700 Gäste)

 

 

 

Die Stadt Bochum und ihr VfL sind mir nicht unsympathisch. Irgendwo im (Bermuda-)Dreieck zwischen mehr oder weniger großen Namen wie Gelsenkirchen, Essen und Dortmund liegt die gar nicht mal so kleine ehemalige Opelstadt. Die Leute dort stelle ich mir bodenständig-ehrlich vor, der heimische Fußballclub ist authentisch und weit weg vom Championsleagueflair, welches zum Beispiel den Nachbarn aus Dortmund mitunter umgibt.

Dennis begleitet den VfL schon seit jeher und konnte mir mit einer Karte für dieses Spiel im Achtelfinale des Pokals beschaffen. Danke dafür!

Das gehört zunächst an diesem frühen Abend mit einer traditionellen Mantaplatte und einem Fiege-Pivo im am Stadion angrenzenden „Ritterburg-Biergarten“ gefeiert, ehe es hineingeht in die gute Stube.

Mein erster und einziger Besuch in diesem wunderschönen Stadion liegt tatsächlich schon 23 Jahre zurück, denn am 29.9.2002 besuchte ich hier ein Spiel gegen den SV Werder Bremen.

Heute jedoch kommt der Gastverein nicht aus dem Norden, sondern aus der anderen Richtung, begleitet von ca. 1.700 Anhängern aus Schwaben.

Auch hier stehen die ersten 12 Minuten im Zeichen des Protestes gegen die zu der Zeit noch unklaren Maßnahmen, die im Rahmen einer Innenministerkonferenz möglicherweise vereinbart werden sollen und den Fußballspielbesuch weiter einschränken. (Ergänzung: Im Nachhinein ist man hier doch einigermaßen zur Vernunft gekommen und hat die meisten angedachten Maßnahmen vom Tisch fallen lassen. Die geschlossenen Proteste hatten sicherlich einen Einfluss auf diese Entwicklung).

Fußball ohne lebendige Fankultur ist nicht mein Fußball und so bin ich froh, dass ab Minute 13 die Fahnen und Doppelhalter beider Szenen im Abendhimmel wehen.

Stuttgart (mit kleinem Lappen vom "Pfalz Inferno" aus K’lautern am Zaun) hat einiges an Bengalos am Start, fackelt mal zwei, drei, vier Dinger im Rhythmus zum gesungenen Lied, zur Halbzweit Zwei wird die Menge dann doch signifikant erhöht, sodass der Schiri direkt wieder abpfeifft, um zu warten, dass sich der dichte Rauch verzieht.

Dauert sicher gute fünf Minuten und der Wiederanpfiff ist wiederum für UB99, Ruhrstadtkollektiv und Co. (hier übrigens mit nem kleinen Fede Nerblo-Lappen am Zaun) Startschuss für eine tribünenumfassende Pyroshow. Das ist dann schon recht massiv und generell brennt, zischt und lodert es derzeit in deutschen Fankurven, wie niemals zuvor. Unentschieden also was den heutigen Einsatz von Brennstäben angeht, klare Sache jedoch auf dem Feld, wo erwartungsgemäß das Team vom Neckar in die kommende Runde einzieht und den wacker kämpfenden Hausherren die Grenzen aufzeigt.

Abpfiff und heimwärts, eine kleine Stadtrundfahrt samt Infos zur Stadt und vergangener Opel-Tradition inklusive.

Danke dafür, guter Abend!