Havnar Boltfelag – B68
Toftir 2:0
16.08.2026
Meistaradeildin
Gundadalur
Zuschauer: ca. 200
Der nächste Kick der
kleinen Reise sollte uns ins Stadion Gundadalur führen, welches direkt neben
dem Nationalstadion liegt und den Vereinen Havnar Boltfelag und B36 Torshavn
eine sportliche Heimat bietet.
Eine Steinplatte mit
Messingschild vor dem Stadion unterrichtet den weitgereisten
Fussballenthusiasten darüber, dass in diesem Ground das erste FIFA-konforme
Länderspiel der Färöer gegen Kanada stattfand. Das Ganze am 14. April 1989 und
sogar erfolgreich mit einem 1:0 Heimsieg. Seit dem 2. Juli 1988 sind die Färöer
Mitglied der FIFA, seit 1948 ist man weitgehend autonom, unterliegt aber in
Sachen Verteidigung, Währung und Außenpolitik immer noch stark der Kontrolle
Dänemarks, was sich nicht zuletzt darin zeigt, dass die Dänische Krone die
offizielle Währung ist, wobei Bargeld wie in vielen nordischen Ländern kaum
noch eine Rolle spielt.
Ansonsten sind die
Färinger recht fußballbegeistert, alleine die oberste Spielklasse besteht aus
10 Teams und mit dem Team aus Klaksvik zockt sogar mindestens ein Vertreter
halbwegs erfolgreich auf internationaler Ebene mit.
Fährt man mit offenen
Augen durchs Land, so sieht man an recht vielen Stellen Fußballplätze, auf
denen nicht selten trainiert wird. Oft sind es Jugendteams, sodass man sich
vermutlich auch um den Nachwuchs keine Sorgen machen muss.
Aber zurück ins Stadion,
welches für 100 Kronen (knapp 13 Euro) betreten werden kann. Das Ticket wird
entweder in bar oder beim mobilen Ticketverkäufer per Kreditkarten-Lesegerät
bezahlt.
Knapp 200 Zuschauer, von
denen ein kleiner Teil gelegentlich die Heimseite unterstützt, indem mal was
gerufen wird, wollen sich diesen „Kracher“ ansehen, der Ground an sich ist gar
nicht so schlecht und bietet eine überdachte Sitzplatztribüne auf der Geraden
und je zwei kleinere Exemplare auf der gegenüberliegenden Seite, von denen eine
in den Vereinsfarben von Havnar Boltfelag und eine in denen von B36 gehalten
ist. Das fair!
Auf der Hintertorseite
befindet sich einerseits nichts und andererseits ein recht kultiger Graswall
mit schlichten Holzbänken, wobei sich irgendein Typ vor Spielbeginn noch die
Mühe macht, jede einzelne Bank mit einem Fähnchen des gastgebenden Teams
auszustatten.
Während man kulinarisch mit
Kaffee/Tee, Chips, verschiedenen Sorten Kuchen und Süßigkeiten (Wo Bier? Wo Bratwurst?)
bei Laune gehalten wird, geht auf dem Kunstmuru die Post ab. Havnar geht
bereits nach 7 Minuten in Führung, wenige Minuten später senst Toftirs Nielsen
völlig übermotiviert seinen Gegenspieler im Mittelfeld um und sieht dafür
völlig zurecht Rot.
Als dann in der 18.
Minute Havnar das 2:0 macht, deutet sich ein regelrechtes Debakel an, was sich
allerdings nicht bewahrheitet, denn obwohl auf Seite der Hausherren
einigermaßen Chancenwucher betrieben wird, passiert bis zum Ende toretechnisch
nichts mehr. Ground 2, Haken dran und damit war es das auch schon in Sachen
Stadionbesuche. Zwar hätte man ohne große Mühe noch zwei, drei Grounds mehr
scheppern können, aber bereits ab dem zweiten Tag der Reise lähmte eine recht
fiese Erkältung meinen Enthusiasmus doch zunehmend und ich hielt es aus medizinischen
und motivationstechnischen Gründen für keine gute Idee, bei rund 10 Grad im
Nebel in einem weitgehend unspektakulären Ground (eigentlich ist es meist die
Umgebung, die den Ground schön werden lässt) 90 Minuten Fußball zu schauen. So
ein richtiger Groundhopper wird aus mir eh nicht mehr. Sei’s drum.
Kurzes Fazit zu den Färöer:
Pro
·
Landschaftlich der Wahnsinn
·
Angenehm untouristisch
·
Hoppingtechnisch einiges zu machen
Kontra:
·
Sehr teuer
·
Kaum die Sonne gesehen, meist war die Grundfarbe
ein depressives Grau.
·
Komische Tradition des recht barbarischen
Wal-und Delfinfangs mutet aus unserer Sicht recht befremdlich und abstoßend an.
Ein paar Eindrücke der Landschaft und des Drumherums finden sich auf meiner Instagram-Präsenz!






