Royal Olympic Charleroi – RWDM Brussels 0:2
07.03.2026
Stade de la Neuville
Challenger Pro League
Zuschauer: ca. 700 (ca. 150 Gäste)
Walk on! Walk on!
Nach Abpfiff in
Barendrecht geht’s straight weiter nach Belgien, genauer gesagt nach Wallonien.
Im dichten
Rotterdamer Autobahngeflecht verfahre ich mich trotz Navi zwei Mal, ich hatte
wohl zu viel Augen für das leicht dystopische Endzeitfilm-Panorama, welches die
Skyline Rotterdams in Verbindung mit Sonnenlicht und der massiven Wolke Saharastaub,
die an diesem Wochenende über Europa zog, entstehen ließ.
Solche Wolken kennt
man ja sonst nur aus smogverseuchten südostasiatischen Megametropolen. Sehr
schön.
Wie dem auch
sei, vorbei an Antwerpen und Brüssel geht es südwärts gen Charleroi. Eine
Stadt, die im Ranking „Hässlichste Städte Europas“ oft den Spitzenplatz
einnimmt, noch vor so Glitzermetropolen wie Chisinau oder Offenbach. Das muss
man sich mal vorstellen.
Keine Ahnung,
nach welchen Maßstäben solche Rankings erstellt werden, aber die industrielle
Vergangenheit hat sicherlich nicht positiv zum Stadtbild beigetragen.
Uns ist das
heute aber mehr oder weniger egal, denn es ist mittlerweile eh dunkel und wir
parkieren den Rennford in einer Seitenstraße vom Ground, welcher kurze Zeit
später für je 15 Euro geentert wird.
Eine feine
Perle ist das hier, gar nicht weit vom Ground des Platzhirsches Sporting de
Charleroi entfernt. Belgientypisch
erwartet hier einen guter Gammel und so erhält das 1920 eröffnete Stade de la
Neuville eine uneingeschränkte Besuchs-Empfehlung. Ein würdiger Komplettierungsground,
der zudem mit einem guten Spiel gemacht wurde, denn RWDM oder besser Racing
White Daring Molenbeek Brussels bringt traditionell ein paar Gästeanhänger mit aus
dem Brüsseler Problembezirk mit in die Auswärtsblöcke.
So dann natürlich
auch heute, denn die gut 100-150 Lads flaggen den Zaun gut zu und rund die
Hälfte von ihnen gibt supporttechnisch einen sehr motivierten Auftritt ab,
schnell schaltet man auf „oberkörperfrei“ und zieht trotz der sportlich eher
uninteressanten Tabellensituation irgendwo im Mittelfeld ganz gut sein Programm
durch. Erwartungsgemäß kein sonderlich innovatives Liedgut, aber insgesamt
schon ok.
Etwas
gemischtere Gefühle hinterlässt der kleine Heimanhang, der sich wohl
überwiegend unter dem Namen „Dogues Heart“ vereint. Die Dogge ist sowas wie das
Wappentier des Heimvereins, das ist aber auch das Einzige, was hier irgendwie „mächtig“
wirkt, denn den Supportkünsten der "Doggen-Fans" kann ich insgesamt kein gutes Zeugnis
ausstellen. Irgendwie recht kuttig; die zwei Trommeln, die irgendwie den Weg in
den Block finden, werden von zwei Kids bedient, die zwar jeder für sich sogar
so etwas wie Talent haben, in der Kombi aber überhaupt nicht harmonieren. So
ist das Geplärre aus dem kleinen Heimsektor dann mehr als nervig und so etwas
wird dann auch folgerichtig mit einer 0:2-Heimniederlage bestraft.
2. Liga Belgien,
Haken (wieder dran) und nach Abpfiff die vier Stunden nach Hause.
Respekt an
meine Mitfahrer, die trotz des nicht gerade mit Platz und Beinfreiheit
ausgestatteten Rennfords ohne jegliche Fahrpause durchzogen und meine durchaus
angebotenen Pausen zum Beine austreten stets ablehnten. So war man dann auch „schon“
zur zweiten Stunde des Tages wieder im schönen Meppen.
Grüße gehen raus!














